VOM EIGENLEBEN DER DINGE

Durch die Liebe zum Marmor bin ich zur Bildhauerei gekommen. Im Laufe der Jahre habe ich erfahren, dass der Stein nicht nur komprimierte Energie, sondern auch ein eigenwilliges Gegenüber ist: Er bietet mir Widerstand und gibt zu Bedenken, dass jeder Schlag ein irreversibler Eingriff ist; er fordert mich heraus, verlangt einfühlsames Vorgehen und formt dabei auch mich. Ich selbst bilde mit ihm zusammen ein lebendiges System.

Aus diesem auf Wechselwirkung basierenden Prozess ergeben sich grundlegende Fragen nach der Zuordnung von Materie zu organisch und anorganisch und den Konsequenzen aus einer Verschiebung dieser Grenzen für unser Verhältnis und unsere Haltung zur Umwelt.

Aktuell arbeite ich an zwei Strängen:

Zum einen studiere ich zur Klärung der wissenschaftlichen Aspekte die physikalischen, chemischen und biologischen Grundlagen des Lebens und tausche mich mit Molekularbiochemikern darüber aus. Diese Studien vollziehe ich in zahlreichen "Material-Zeichnungen" nach.

Aus dieser Auseinandersetzung entstehen installative, ortsbezogene Arbeiten, in denen ich verschiedene Materialien zu größeren Systemen verbinde und zum "Leben erwecke".

Zum anderen initiiere ich den Prozess der "Verlebendigung" durch partizipative Kunstprojekte im öffentlichen Raum.

Foto: Christina Zück

back to top